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Glasbaustein: voll im Trend.
17.10.2008 - Die alte Regel, dass man sich im Leben immer zweimal trifft, gilt auch für den Glasbaustein. Der war in den 60er und 70er Jahren populär - in kunterbunten Mustern. Seit einiger Zeit ist er mit dezentem Aussehen zurück. [mehr]
Wintergarten: Wohnzimmer milden im Grünen.
17.10.2008 - Himmelsrichtung: Nach Norden ist der Wintergarten ideal fürs Überwintern von Pflanzen, nach Osten als Frühstücksplatz, nach Süden und Westen als Wohnraum auch für kühlere Monate. [mehr]
Moderner wohnen mit Durchblick.
17.10.2008 - Anspruchsvolle Architektur und Glas sind das Traumpaar unserer Zeit.
Die Möglichkeiten, die der Baustoff bietet, sind enorm - außen wie innen. [mehr]
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Eigentlich sollte man sich ja freuen: Geiz ist nicht mehr geil. Dass der übelste Werbeslogan aller Zeiten vom Markt genommen wurde, hat aber nichts mit sittlicher Einsicht zu tun.
Die Chefs der größten Elektronikkette Europas können sicher sein, dass er in fast allen Köpfen fest verankert ist. Weil die Konjunktur angeblich wieder brummt, die Börse des Bürgers angeblich lockerer sitzt, setzt man auf neue Sprüche und verkündet doch Altbekanntes Wir lieben Technik! Wir hassen teuer!", promotet jetzt eine schöne Nackte. Gegeizt wurde gestern, jetzt darf endlich geliebt und gehasst werden. Ob Geiz oder Hass: Die religiöse Sprachverirrung und weltliche Kundenverblendung sind totaler als je zuvor.
Dass Todsünden weiterhin zu Tugenden erklärt werden, regt in einer säkularisierten Schnäppchengesellschaft niemanden mehr auf. Doch dass die Werbung uns gleich doppelt und dreifach für dumm verkauft, sollte vielleicht auch "preisbewusste" Verbraucher stutzig machen. Zahlreiche Stichproben beweisen immer wieder, dass die größten Elektronikhändler weder die billigsten noch die besten Angebote machen. So mancher Preisknüller erwies sich schon bald als Dauerpatient in den Reparairwerkstätten. Und manche Geräte sind acht nur billig, sondern auch so billig geren fliegen, in Flammen aufgehen oder für einen Stromschlag sorgen. Dann ist meist Schluss mit billig und Schluss mit lustig.
KLAUS STAECK:
Die nächste Todsünde wird zur Tugend erklärt.
So wechseln die Werbesprüche aber die Gier bleibt.
Beim ungezügelten Preiskampf ist der Kunde aber noch das stärkste Glied in der Kette der Verlierer. Denn Saturn und die anderen Discounter sparen nicht nur beim Personal, das im besten Fall nur die marktschreierischen "Fakten" der Werbeprospekte nachbeten kann. Die Tiefpreispolitik der Billig-Anbieter trifft auch Produzenten und Händler, die ihre Waren unter Wert verkaufen und dann ihre Angestellten miserabel entlohnen. Verantwortlich dafür sind Verkäufer wie Verbraucher, die mit allem geizen, nur nicht mit ihrem Ellbogeneinsatz. Der kann bei Schnäppchenjägern mitunter so hart sein, dass Schaufenster zerbersten und Nasen bluten. Wie jüngst bei der Eröffnung von Deutschlands größtem Media Markt am Berliner Alexanderplatz.
Auch wenn die Manager über das neue Markenbewusstsein und die wieder erwachte Kaufkraft schwadronieren, der neue Slogan von Saturn beschwört den alten Ungeist. Hat doch die Gesellschaft für Konsumforschung gerade erst ermittelt, dass die steigende Inflationsangst die Kauflust dämpfe und den Sparwillen anheizt. Deswegen bleibt die "Konzentration auf den Preis" für Saturn und alle anderen Einzelhandelsriesen weiterhin oberstes Gebot. Nicht Serviceleistungen, sondern Sonderangebote zahlen sich für sie aus.
Lassen wir uns also von der "neuen" Kampagne nichts vormachen. Geiz ist immer noch geil. Zumindest im Bewusstsein all jener, die Sparen mit Geiz und Qualität mit Quantität verwechseln. Denn die Kombination aus Geiz und Geilheit hat nicht nur die letzten Tabus einer brutaler werdenden Werbesprache gebrochen. Der sündhafte Spruch ist längst zum symbolkräftigen Selbstläufer geworden und konditioniert das Kaufverhalten aller Konsumenten, die auf jeden Preisknüller wie der Pawlowsche Hund auf das angekündigte Futter reagieren, nämlich mit Gier.
Es bleibt dabei: Nicht Geiz, sondern Geist ist geil! Wenn es denn unbedingt immer und überall geil zugehen soll.
Klaus Staeck ist Grafiker und Verleger.
Quelle: Frankfurter Rundschau, 30.11.2007, Seite 11, Meinung
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geschrieben von Klaus Staeck am 12.10.2008 um 11:30 Uhr.

