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Glasbaustein: voll im Trend.
17.10.2008 - Die alte Regel, dass man sich im Leben immer zweimal trifft, gilt auch für den Glasbaustein. Der war in den 60er und 70er Jahren populär - in kunterbunten Mustern. Seit einiger Zeit ist er mit dezentem Aussehen zurück. [mehr]
Wintergarten: Wohnzimmer milden im Grünen.
17.10.2008 - Himmelsrichtung: Nach Norden ist der Wintergarten ideal fürs Überwintern von Pflanzen, nach Osten als Frühstücksplatz, nach Süden und Westen als Wohnraum auch für kühlere Monate. [mehr]
Moderner wohnen mit Durchblick.
17.10.2008 - Anspruchsvolle Architektur und Glas sind das Traumpaar unserer Zeit.
Die Möglichkeiten, die der Baustoff bietet, sind enorm - außen wie innen. [mehr]
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politischer Kommentar
Iraker sind zudem geworden was in unserer deutschen Nachkriegszeit "Heimatvertriebene" hieß.
Seit der US-Präsident seine "Mission accomplished" ausgeschellt hat, seit er glaubte verkünden zu können, die vom Völkerrecht nicht gedeckte Invasion habe das überfallene und von der Diktatur befreite Land auf den Weg zum demokratischen Aufbau geleitet, ist diese Zahl bekannt geworden. Sie weist auf diejenigen hin, die der alltäglichen Diktatur des Terrors, der Banden- und Sektenkriege und des Zusammenbruchs staatlicher Ordnung entkommen konnten. Die Flüchtlinge vor der Diktatur Saddam Husseins sind da noch nicht mitgezählt.
Jeder siebte Iraker also lebt in der nicht gewollten Diaspora oder im ebenso wenig gewollten "internen Exil" als Binnenflüchtling. Das ist dramatisch genug. Der den frühen Wahlkampf im Land der Sieger dominierende Disput, wer sich in Sachen Zweistromland als besserer US-Patriot präsentiert, ist Schmierentheater dagegen.
Die Tragödie hat eine tiefere Dimension. Wer es sich leisten konnte - so eine banale Redewendung-, ist von Bagdad, Basra, Mosul ins Ausland gegangen. Die urbane Mittelschicht, die teils technokratisch funktionierend, teils in einer Art inneren Exils die Saddam-Ära überstanden hat, konnte es sich leisten. Den Invasoren war sie freilich
KARLGROBE
Vier Millionen Iraker, vor allem Intellektuelle, flohen seit der Invasion. Ihre Kreativität wird schmerzlich vermisst.
verdächtig, weil sie ausgehalten, die Diktatur ausgesessen hatte. Sie hatte die Infrastruktur zusammengehalten: das auch unter den Extrembedingungen der Sanktionen - der ökonomischen Abschließung des Lands von der restlichen Welt - noch funktionierende, vorher geradezu vorbildliche Gesundheitswesen unterhalten, in Schulen und Universitäten bewahrt, was irgend zu bewahren war. Sie hatte der verordneten Baath-Ideologie Lippenbekenntnisse gezollt und religiöses Sektierertum an sich abperlen lassen. Die "Entbaathisierung", die nivellierende Beseitigung der vermeintlichen Stützen des Regimes, hat ihr die Existenzgrundlage genommen.
Rasch wurde es angesichts der extremistischen bewaffneten Eiferer aller politischen Hautfarben lebensgefährlich, Professor, Journalist, Techniker oder sonst wie Intellektueller zu sein. Die Welt erregte sich zu Recht über Plünderungen der weltbedeutenden Museen; die physische Vernichtung der Köpfe regte weniger auf, die Vertreibung und Flucht der Überlebenden gar nicht. Waren ja alles Araber, also unter den Generalverdacht des potenziellen Terrorismus Fallende. (Das autonome Kurdengebiet hat eine andere Geschichte; es ist in der Perspektive besser dran.)
Ja, die USA haben irakischen Flüchtlingen den Flüchtlingsstatus zuerkannt. Genau 202 Iraker wurden im vergangenen Jahr als solche akzeptiert, im kleinen Schweden hingegen in derselben Zeit 2 150. Das skandinavische Land steht für einen Begriff von Freiheit und Menschlichkeit, der dem klassischen amerikanischen Traum ähnelt - mit dem Unterschied, dass er realer ist.
Kreativität, Intelligenz, Engagement Eigenschaften, welche die Soziologen gemeinhin dem Mittelstand und den sich emanzipierenden Aufsteigenden in einer Gesellschaft zuschreiben - sind die Säulen ziviler Gesellschaft. Die irakischen Träger dieser Eigenschaften sind heimatlos, die Zivilgesellschaft kann neben jenen Trümmern katalogisiert werden, die von den alten babylonischen und der einstigenweltoffen-islamischen Zivilisation geblieben sind. Nicht Harun al-Raschid herrscht, sondern eine Bande von Dschingis Khans.
Quelle: Frankfurter Rundschau, 25.08.2007, Seite 11 Meinung
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geschrieben am 14.10.2008 um 09:00 Uhr.

