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Glasbaustein: voll im Trend.

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Wintergarten: Wohnzimmer milden im Grünen.

17.10.2008 - Himmelsrichtung: Nach Norden ist der Wintergarten ideal fürs Überwintern von Pflanzen, nach Osten als Frühstücksplatz, nach Süden und Westen als Wohnraum auch für kühlere Monate. [mehr]

Moderner wohnen mit Durchblick.

17.10.2008 - Anspruchsvolle Architektur und Glas sind das Traumpaar unserer Zeit.
Die Möglichkeiten, die der Baustoff bietet, sind enorm - außen wie innen. [mehr]

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Gesundheit

Das lange Jucken.

Läuse saugen das Blut des Menschen seit Urzeiten.
Wählerisch sind sie. Läuse sind ganz exakt an ihren Wirt angepasst.

Das geht seit wahrscheinlich 120 Millionen Jahren so, wie einzelne Fundstücke nahe legen. Eine richtig fette Laus entdeckte ein Forscherteam in einem Fossil aus dem Eckfelder Maar in der Eifel. Rund 44 Millionen Jahre alt ist diese sehr gut erhaltene "Eckfeld-Laus" (Megamenoponrasnitsyni), die einst auf Enten oder Schwänen lebte. Selbst die letzte Mahlzeit konnten die Wissenschaftler um - Torsten Wappler vom Hessischen Landesmuseum in Darmstadt nachweisen: winzige Federpartikel.

Noch heute ernähren sich die Nachfahren dieser Laus von Federn - ganz im Unterschied zu den auf Menschen wohnenden Plage geistern. Sie zapfen ihren unfreiwilligen Wirten Blut ab.

Insgesamt gibt es heute rund 3500 Läusearten, die auf Tieren leben - plus drei, die sich auf den Menschen spezialisiert haben. Wegen der großen körperlichen Ähnlichkeiten gingen die Forscher davon aus, dass alle parasitischen Läuse einen gemeinsamen Vorfahren haben, der aus den so genannten Staubläusen hervorging.

Staubläuse ernähren sich von Flechten, Algen und Pilzsporen. Bei der Gen-Untersuchung der verschiedenen Läuse erlebten ein US-Wissenschaftlerteam um Kevin Johnson eine Überraschung. Die auf Tieren und Menschen lebenden Läuse haben offensichtlich zwei verschiedene Vorfahren.

Doch wann begegnetert sich Mensch und Laus? Darauf hat David Reed von der Universität Florida eine Antwort. Er untersuchte Filzläuse bei Gorillas (Phthirus gorillae) und Menschen (Phthirus pubis), die gerne in warm-feuchten Haarregionen leben, also im Scham- und Achselbereich. Aufgrund der genetischen Veränderungen der auf ihre Wirte spezialisierten Läuse kommt Reed zu dem Ergebnis, dass sich der Mensch vor etwa 3,3 Millionen Jahren die ersten Filzläuse eingefangen hat.

Kopfläuse (Pediculus humanus capitis) hatte der Mensch zu diesem Zeitpunkt aber schon lange. Die nahm er bereits vor 5,5 Millionen Jahren von den gemeinsamen Vorfahren mit, als sich die Menschen von den Affen trennten.

Fehlt noch der dritte Blutsauger im Bunde, die Kleiderlaus (Pediculus humanus humanus), auch Körperlaus genannt. Sie entstand, nachdem sich der Mensch mit Kleidungsstücken vor der Kälte schützen musste. Mark Stoneking vom Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig fand heraus, dass sie von der Kopflaus abstammt - mit der sie auch zu kreuzen ist. Bekleidung sei ein bedeutender Moment in der menschlichen Evolution gewesen, für den es aber aus der Anfangszeit keine archäologischen Funde gebe, berichten die Forscher um Stoneking (Current Biology, Bd. 13).

Sie stellten aufgrund der genetischen Vielfalt fest, dass die Urheimat der Läuse - wie auch der Menschen - in Afrika gelegen hat. Ihre molekulare Uhr zeigte zudem an, dass sie die Kleidung vor rund 72 000 Jahren besiedelten. Zu dieser Zeit machte sich der moderne Mensch von Afrika aus auf den Weg, die ganze Welt zu erobern. Immer mit im Gewand: die Laus.

Offene Kommunikation empfiehlt die Deutsche Pediculosis Gesellschaft allen Kindertagesstätten und Schulen. Verschweigen sei nicht sinnvoll, denn die meisten Kinder werden irgendwann einmal von Kopfläusen befallen. Die Tipps der Gesellschaft:

Überreichen Sie eine schriftliche Information zum Thema Kopfläuse, etwa die Broschüre der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (www.bzga.de).

Verwenden Sie einmal im Jahr 15 Minuten eines Elternabends für das Thema Kopfläuse. Kopflausbefall hat nichts mit mangelnder Hygiene oder Bildung zu tun. Es besteht keine Attestpflicht. Es müssen nicht alle Läuseeier/Nissen entfernt sein. Die Kinder dürfen am Tag nach dem Behandlungsbeginn wiederkommen.

Informieren Sie die Eltern, wenn Ihnen ein Kopflausbefall gemeldet wird. Die Unterrichtung des Gesundheitsamtes ist notwendig.

Ein Kopflausbefall muss am Tag der Entdeckung oder, wenn er beim zu Bett bringen bemerkt wird, spätestens am nächsten Morgen behandelt werden. Wir halten es jedoch für übertrieben, wenn bei einer "Razzia" des Gesundheitsamtes die Kinder, bei denen Kopfläuse gefunden wurden, sofort ihre Tasche packen und nach Hause gehen müssen - nachdem diese Kinder nun wochenlang mit den Läusen herumgelaufen sind, ohne dass es jemand bemerkt hat. Schließlich trifft das Kind keine Schuld an dem Befall und die mit so einem Verweis einhergehende Stigmatisierung erscheint uns auch wegen der Harmlosigkeit dieser Infektion nicht angebracht.

Das Robert Koch-Institut erlaubt in seinem Merkblatt einen weiteren Aufenthalt in der Schule, " wenn enge Kontakte in den folgenden Stunden vermieden werden können".

Weitere Informationen: www.pediculosis-gesellschaft.de


Von Karl-Heinz Karisch


Quelle: Frankfurter Rundschau, 17.11.2007, Seite 12 Wissen & Bildung



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geschrieben von Karl-Heinz Karisch am 14.10.2008 um 10:00 Uhr.


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