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Glasbaustein: voll im Trend.

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Wintergarten: Wohnzimmer milden im Grünen.

17.10.2008 - Himmelsrichtung: Nach Norden ist der Wintergarten ideal fürs Überwintern von Pflanzen, nach Osten als Frühstücksplatz, nach Süden und Westen als Wohnraum auch für kühlere Monate. [mehr]

Moderner wohnen mit Durchblick.

17.10.2008 - Anspruchsvolle Architektur und Glas sind das Traumpaar unserer Zeit.
Die Möglichkeiten, die der Baustoff bietet, sind enorm - außen wie innen. [mehr]

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Gesundheit

Wenn der wichtigste Muskel nicht mehr kann

Herzschwäche ist eine oft katastrophal unterschätzte Krankheit

Das Herz pumpt und pumpt und pumpt. 60 bis 80 mal schlägt der wichtigste Muskel in der Minute und versorgt den Körper in dieser Zeit mit rund fünf Litern Blut. Als sei das selbstverständlich.

Dass es das keineswegs ist, merken die meisten Menschen erst, wenn es fast schon zu spät ist: Sie trinken zu viel Alkohol, rauchen, essen fett, süß und auch zu viel, bewegen sich nicht, haben Bluthochdruck und kriegen irgendwann keine Luft mehr. Weil die Pumpleistung des Herzens rapide nachlässt und statt fünf nur noch drei Liter Blut pro Minute in den Körper lenkt: 1,8 Millionen Deutsche leiden unter der auch Herzschwäche genannten Chronischen Herzinsuffizienz (CHI). Jedes Jahr kommen 200 000 bis 300 000 Neuerkrankte hinzu.

Wie Stefan Michels. Eine grippige Erkältung warf den heute 47-Jährigen vor fünf Jahren brutal aus seiner Lebensbahn. Der Schichtleiter in einem Textilbetrieb stand voll im Saft, als ihn die Grippe wochenlang nicht aus den Krallen ließ. Bis es eines Tages nicht mehr ging: "Ich bekam keine Luft mehr." In der Notaufnahme endlich kam jemand auf die Idee, ein Elektrokardiogramm (EKG) zu machen und schickte ihn sofort auf die Intensivstation. Die Pumpleistung des Herzens war unter 15 Prozent gesunken. Die haben mir in 24 Stunden zwölf Liter Wasser aus dem Körper gezogen."

Seither ist in seinem Leben nichts mehr wie es war. Frühverrentet ist Michels, der in Mertesdorf bei Trier lebt, an manchen Tagen "froh, wenn ich morgens überhaupt in die Gänge komme"

Nach Ansicht der Studiengruppe Shape, einem Zusammenschluss unabhängiger Herzspezialisten in Europa, ist die Herzschwäche eine katastrophal unterschätzte Krankheit. Jedes Jahr sterben allein in Deutschland rund 50000 Menschen daran. Damit ist sie so gefährlich wie jede bösartige Tumorerkrankung, sagt Professor Rainer Hambrecht vom Herzzentrum Bremen, der die Herzschwäche "ein totgeschwiegenes Thema" nennt.

Einen schweren Herzinfarkt überleben heute viele Betroffene dank der Fortschritte in der Medizin. "Ein großer Infarkt kann aber über Wochen und Monate zur chronischen Herzinsuffizienz werden", warnt Hambrecht. Infarkte seien für 70 Prozent aller CHI-Fälle verantwortlich. "Das Herz wird größer, beult an der Stelle des Infarkts aus, pumpt schlechter und es beginnt ein Teufelskreis, der dazu führt, dass das Herz immer schwächer wird."

"Sie können nie mehr arbeiten und nie mehr alleine leben." Die Ansage der Ärzte schockierte den sportlich aktiven Michels. In seinem Beruf galt die Devise: "Krank sein geht nicht. Man musste funktionieren." Und dann plötzlich das, aus dem Nichts: Herzschwäche. "ich hatte gerade das Haus umgebaut, meine Lebensplanung war ganz anders: Vom Kopf her ist das schwer zu akzeptieren." Aber sein Körper zwang Michels in ein neues Leben, mit dem er sich nur ganz allmählich abfinden konnte: Plötzlich gab es da so vieles, das nicht mehr ging: "Früher bin ich oft ins Fußballstadion - kann ich nicht mehr, da sind mir zu viele Leute." Heute geht er zwei Mal die Woche zum Herzsport:" Selbst dazu muss ich mich manchmal zwingen, aber ich merke einen Trainingseffekt -mehr Luft, mehr Ausdauer."

An schlechten Tagen schafft Michels es nicht mal, eine längere Strecke zu gehen.

Das hilft ihm dann über die schlechten Tage, an denen Michels es nicht mal schafft, eine längere Strecke zu gehen. "Ich kriege Atemnot, bin abgeschlagen, möchte einfach nur liegen und nichts machen." Logische Folge, dass sich auch ein Teil des Freundeskreises zurückzog: "Die sind halt sehr aktiv." Und er leidet unter den Nebenwirkungen der Medikamente: Herzrasen, Schwindel, innere Unruhe.



~en, also vermeidbar sind: Übergewicht, Diabetes, Rauchen, hohes Cholesterin, Bewegungsmangel, Bluthochdruck. "15 Millionen Menschen in Deutschland haben Hochdruck. Bei den 60-Jährigen sind es schon 60 Prozent des Jahrgangs", warnt Rauch: "Das heißt, der Herzmuskel wird dick und damit schlechter durchblutet. Das Herz wird schwach." Zwanzig Prozent bestätigt Professor Bernhard Rauch vom Herzzentrum Ludwigshafen, "umso wichtiger ist es, dass die Patienten so früh wie möglich zum Arzt gehen." Oft werde die Krankheit viel zu spät erkannt, sagt Rauch: "Die typischen Symptome wie geschwollene Beine, Leistungsschwäche, Müdigkeit und Atemnot werden häufig nicht ernst genommen." Eindeutig diagnostizieren lasse sich CHI nur mit einem Echokardiogramm, also einem Ultraschall vom Herzen: "Das halten jedoch nur 64 Prozent der Allgemeinärzte für erforderlich."

Schuld daran, dass das Herz nicht mehr pumpt wie es soll, sind die üblichen Verdächtigen zu 60 Prozent Faktoren, die mit dem Lebensstil zusammenhängen, also vermeidbar sind: Übergewicht, Diabetes, Rauchen, hohes Cholesterin, Bewegungsmangel, Bluthochdruck. 1,15 Millionen Menschen in Deutschland haben Hochdruck. Bei den 60-Jährigen sind es schon 60 Prozent des Jahrgangs", warnt Rauch: "Das heißt, der Herzmuskel wird dick und damit schlechter durchblutet. Das Herz wird schwach." Zwanzig Prozent

In Deutschland fehlt dem Heidelberger Herzmediziner Christian Zugck zufolge eine optimale Versorgungsstruktur für Herzschwäche- Patienten ist nach der Diagnose sehr wichtig, die richtige Dosis der Medikamente für jeden einzelnen Patienten zu bestimmen und dafür zu sorgen, dass die Patienten sie auch nehmen."

Zugck sieht die Lösung in der so genannten Telemedizin. EKG, Blutdruck, Puls und Gewicht werden dabei regelmäßig über Telefonleitungen überprüft. "Wenn die Werte bis zu einer gewissen Uhrzeit nicht übertragen sind, wird der Patient angerufen, und gefragt, ob er die Medikamente schon genommen habe." Schnellt etwa der Ruhepuls plötzlich von 70 auf 90 oder 100, fordern die Mitarbeiter den Patienten auf, ein EKG zu übertragen. "So kann man etwa ein neues Vorhofflimmern frühzeitig feststellen und die Patienten zum Hausarzt schicken, statt Wassereinlagerungen abzuwarten, die dann meist einen Not-Transport ins Krankenhaus zur Folge haben."

Auch finanziell sei die Telemedizin interessant, versichert Zugck: „Netto lassen sich so bis zu 3000 Euro pro Jahr und Patient einsparen - vor allem durch reduzierte Krankenhausaufenthalte. Und wir schaffen damit eine optimierte Therapie. Gleichzeitig weiß der Patient, dass er rund um die Uhr einen Facharzt erreichen kann."

Von Frauke Haß


Quelle: Frankfurter Rundschau, 30.11.2007, Seite 12, Wissen & Bildung




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geschrieben von Frauke Haß am 15.10.2008 um 08:00 Uhr.


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