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Wohnen & Leben
Ein 155 Jahre altes Bauernhaus in Brilon ließ Familie Bunse trotz seines desolaten Zustands nicht mehr los. Mit viel Zuwendung wurde daraus wieder ein wohnliches Fachwerkgebäude gemacht.
Wenn die Tage kühler werden, wirkt das Fachwerkhaus im sauerländischen Städtchen Brilon besonders einladend: Wer durch das große Tor ins Innere tritt, wird von einem geräumigen und warmen Raum empfangen, in dem ein Holzofen flackert und dunkle Deckenbalken Gemütlichkeit erzeugen. „Zu Beginn wussten wir gar nicht, was wir mit einer so großen Diele anfangen sollen“, erzählt Hausherrin Daniela Bunse, „doch inzwischen spielt sich hier im Prinzip unser gesamtes Leben ab.“
Wo früher im Winter Pferdewagen standen, ist heute viel Platz, etwa für die Kinder zum Spielen. Und der kleine Ofen beheizt sogar das gesamte Haus. Bis es so weit kommen konnte, war jedoch viel Arbeit vonnöten. Das Bauernhaus aus dem Jahr 1853 war in einem desolaten Zustand, als die junge Familie es kaufte. „Wir hatten zwar schon länger nach einem älteren Haus gesucht, doch dass es so alt sein würde, hätten wir uns auch nicht träumen lassen“, berichtet Frau Bunse. „Obwohl der Zustand des Hauses auf Kriegsniveau war, hat es uns nicht losgelassen. Zumal es wirklich optimal liegt, mitten in der Stadt und doch ruhig. Zehn Jahre hatte das Bauernhaus leer gestanden, nachdem die letzte von drei unverheirateten Schwestern in ein Altersheim gezogen war. Sie hatte dort noch wie zu ihren Kindertagen gelebt: Im Stall war ein Plumpsklo, rudimentäre Elektrik lag über den Wänden, das Wasser wurde aus dem Brunnen im Garten geholt.
„Der Stall war in einem so schlimmen Zustand, dass sich dort selbst Tiere nicht wohlgefühlt hätten“, erklärt Frau Bunse. Feuchtigkeit war durch das marode Dach eingedrungen. Und im gesamten Haus gab es lediglich vier Steckdosen. Zwei Jahre dauerte es, bis das Haus entkernt, saniert und mit Leitungen versehen war. Der Grundriss durfte nicht verändert werden, da die historische Diele unter Denkmalschutz steht. So wurde aus dem Stall ein Hobbyraum mitsamt Gästetoilette. Auf der Grundfläche des ehemaligen Kornbodens ist nun ein großzügiges Bad angesiedelt, und die Fruchtbühne wurde in ein Schlafzimmer umgewandelt.
Auch von außen ist das Bauernhaus kaum wiederzuerkennen: Der auf Latten angebrachte Eternitschiefer wich dem darunterliegenden Fachwerk, und das Dielentor wurde rekonstruiert. „Es war spannend zu sehen, worauf man beim Abreißen so trifft“, erzählt Roland Bunse. „Zum Glück sind wir nicht auf zu viele böse Überraschungen gestoßen.“ Aufwendig war es allerdings schon: Ein tragender Eichenbalken an der Hausecke musste ersetzt werden. „Da wurde das Haus von einer Spezialfirma auf Stützen gestellt, aber ansonsten hat mein Mann mit der Hilfe von Freunden alles selbst gemacht“, berichtet Frau Bunse stolz. „Letzten Endes war das sogar günstiger als ein Neubau.“ Und es hat eben einen ganz eigenen Charme. „So kann man heute gar nicht mehr bauen – und man würde es auch nicht machen“, sagt die 36-Jährige lachend.
„Die kleinen Räume gefallen mir besonders gut, die sorgen für eine wohnliche Atmosphäre“, erklärt hingegen ihr Mann. „Wenn ich die Zeit dazu hätte, würde ich das Ganze auch noch einmal machen. Man muss das einfach als Hobby sehen. Dann bereitet so ein Umbau auch viel Spaß und Freude.“
Von Grund auf neu
Abgesehen von den Grundmauern hat sich in dem 155 Jahre alten Fachwerkhaus fast alles verändert: Der Stall wurde zum Hobbyraum, der Kornboden zum Schlafzimmer. Größtenteils in Eigenarbeit wurde das zehn mal zwölf Meter große Bauernhaus in ein modernes Heim für die vierköpfige Familie verwandelt. Dank optimaler Raumausnutzung hat jedes Familienmitglied trotz der Enge genug Raum für sich selbst.
Quelle: http://www.houseandmore.de/
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geschrieben am 02.06.2009 um 11:00 Uhr.

