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Wohnen & Leben

In der süßen Heide

Alte Häuser haben ihren eigenen Charme, moderne Familien ihre eigenen Wohnvorstellungen. Wie gut sich beides unter ein Dach bringen lässt, zeigt dieser Umbau in Lüneburg.

In der süßen HeideEs war Liebe auf den ersten Blick. Als Ann-Isabel und Florian Lauenstein den roten Backsteinbau am Stadtrand von Lüneburg das erste Mal sahen, war ihnen sofort klar: „Dieses Haus oder keins!“ Das Ehepaar hatte in der niedersächsischen Stadt bereits einige Jahre locker nach einer eigenen Immobilie Ausschau gehalten. Auf ein Haus, das sie zu einem Umzug aus ihrer großen Altbauwohnung verlockt hätte, waren die beiden dabei nicht gestoßen. Bei dem Siedlungshaus aus dem Jahr 1906 passte jedoch von Anfang an alles. Die Straße mit dem verlockenden Namen „In der süßen Heide“ war Ann-Isabel Lauenstein sogar schon vorher aufgefallen. Ihr gefielen der Charme der alten Häuser, die grüne Umgebung, die Nähe zur Stadt. Als sich 2004 die Möglichkeit abzeichnete, dort ein Haus samt 3.300 Quadratmeter großem Grundstück mit Bachlauf und kleinem Wald zu kaufen, griffen die Lauensteins kurzentschlossen zu.

Gut drei Jahre später hat das Haus eine bemerkenswerte Wandlung hinter sich – und seinen alten Charakter dennoch behalten. Von der Eingangsseite präsentiert es sich mit der traditionellen Klinkerfassade fast unverändert; auf der Gartenseite und vor allem im Innern des Hauses aber ist offenkundig, dass mit der jungen Familie ein frischer Wind Einzug in die alten Mauern gehalten hat.

„Wir mögen alte Häuser, sind aber auch sehr modern und technikorientiert“, erläutert Ann-Isabel Lauenstein. „Das sollte sich in dem Umbau auch widerspiegeln.“ Groß erklären mussten Lauensteins ihre Vorstellungen vom modernen Wohnen nicht: Die Architektin Iris Schroeder, die mit ihrem Partner Sebastian Rith die Planung und Bauleitung übernahm, ist die Schwester der Bauherrin und wusste daher genau, worauf es der Familie ankam.

Wohnen neben der Baustelle
Ein gutes Jahr dauerte der Umbau, den die Lauensteins hautnah miterlebten. Als sie nach einem Schwelbrand ihre alte Wohnung vorzeitig räumen mussten, stellten die Architekten kurzerhand einen Frachtcontainer aufs Grundstück und funktionierten ihn zum Wohnraum um. Fast ein Jahr lebte die Familie quasi direkt auf der Baustelle – und hatte Spaß dabei: „Es war toll, den ganzen Umbau so nah mitzuerleben.“ Vom alten Siedlungshaus blieb nicht viel mehr als drei Außenmauern stehen; das Objekt wurde nahezu komplett entkernt, der Dachstuhl und die angebaute Scheune wurden ausgebaut. Zudem wurde die Gebäudehülle so gut gedämmt, dass ein Niedrigenergiehaus im Bestand realisiert wurde; eine Wärmepumpe versorgt die Fußbodenheizung und liefert warmes Wasser.

Viel Licht durch neue Fassade
Äußerlich ist die neue Fassade zur Gartenseite die markanteste Veränderung. Mit ihren klaren Formen und dem hellen Putz setzt sie bewusst einen modernen Kontrapunkt zur alten Bausubstanz. Durch die mit der neuen Fassade verbundene Öffnung des Daches vergrößerte sich die Wohnfläche, die großflächige Verglasung lässt viel Licht ins Haus. Das vormals enge Siedlungshaus ist dadurch hell und offen geworden.

Nicht alltäglich ist die Raumaufteilung: Das übliche Wohnzimmer im Erdgeschoss fehlt, stattdessen befinden sich hier das Kinder- und das Schlafzimmer. Die Küche und der Essbereich im Erdgeschoss bilden den Mittelpunkt des Alltags im Familien- und Freundeskreis, das Dachgeschoss dient als privater Rückzugsraum für die Eltern. Der selbständige Softwareentwickler Florian Lauenstein hat hier sein Arbeitszimmer; daneben liegt die „Chill-out-Zone“ zum Lesen, Musikhören, Entspannen. „Unser Haus ist toll, wir fühlen uns in jeder Ecke wohl“, freuen sich die Lauensteins. Aus der Liebe auf den ersten Blick ist eine glückliche Ehe geworden.


Energiesparen: Effizientes Heizsystem

Beim Effizienzpreis von Stiebel Eltron und house and more kam der Umbau von Familie Lauenstein 2007 auf den zweiten Platz. Ausgezeichnet wurden die architektonisch und energetisch gelungene Sanierung sowie die effiziente Heiztechnik mit einer Sole-Wasser-Wärmepumpe. Durch eine gute Dämmung aller relevanten Bauteile inklusive Bodenplatte wurde das Niveau eines Niedrigenergiehauses im Bestand erreicht. Die zweischaligen Außenwände wurden dabei mit einer Schüttdämmung aufgefüllt und zusätzlich von innen gedämmt, so dass die Fassade ihr altes Aussehen behielt. Eine elektrisch betriebene Wärmepumpe, die das Erdreich als Energiequelle anzapft, versorgt Fußbodenheizung und Warmwasserspeicher. Das Heizsystem verbrauchte im ersten Jahr nur 4.400 Kilowattstunden Strom – das ergibt Kosten von knapp 500 Euro für Heizung und Warmwasser.


Quelle: http://www.houseandmore.de/


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geschrieben am 02.06.2009 um 15:00 Uhr.


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