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Wohnen & Leben
Durch die Aufstockung dieses Hauses in Oldenburg wurde nicht nur mehr Wohnfläche geschaffen, sondern es wurde auch die Fassade optisch und energetisch aufgewertet.
Oldenburg ist Jutta Dammaschke-Lüdemanns Heimatstadt. Doch schon Mitte der 1960er Jahre verschlug es sie in die weite Welt. Sie wanderte nach San Francisco aus und gründete ein gut laufendes Event-und Catering-Unternehmen. "Eigentlich hatte ich gar keine Pläne mehr, nach Oldenburg zurückzuziehen", sagt die Auswanderin. Doch wie so oft im Leben kam alles anders: Als ihr Vater starb, erbte sie etwas von seinem Vermögen - und zwar eine Immobilie mitten im Stadtring.
Verkaufen wollte Frau Dammaschke-Lüdemann sie nicht. Denn das Wohn- und Bürohaus befand sich in einer privilegierten Lage mit freiem Blick auf den Oldenburger Schlossgarten. Und so kam sie Anfang 2005 mit dem Architekten Uwe Oltmanns ins Gespräch. Es entstand ein innovativer Plan für das in die Jahre gekommene Haus: Da die Bauherren die Wohnfläche im Obergeschoss zu klein fanden, die darunter liegende Etage jedoch gut vermietet und das Grundstück seitlich begrenzt war, kam nur eine Aufstockung in Frage. Zusätzlich sollte die Gebäudehülle optisch modernisiert und energetisch aufgewertet werden.
Um das Projekt zu realisieren, bedurfte es aber zunächst der Zustimmung der Stadt. Auch die Nachbarn mussten gefragt werden, denn für die Aufstockung musste man die Grundstücksgrenzen leicht übertreten. Und sogar die Denkmalschutzbehörde hatte ein Mitspracherecht, da der geschichtsträchtige Oldenburger Pulverturm in unmittelbarer Nähe des Objekts steht. Letztlich waren alle Beteiligten für die Idee zu begeistern, und so konnte im März 2005 mit den Arbeiten begonnen werden.
Der Vorteil einer Aufstockung liegt auf der Hand: Da viele ältere Häuser, vor allem im städtischen Bereich, nicht über den Raum verfügen, um heutige Wohnansprüche zu erfüllen, die Grundstücke jedoch fast immer seitlich begrenzt sind, kann man dadurch wertvolle Wohnfläche dazugewinnen und anfallende Modernisierungsmaßnahmen gleich miterledigen.
Das Wichtigste bei einer Erweiterung in die Höhe ist, dass die Standsicherheit gewährleistet wird, damit keine statischen Probleme auftreten. Dafür ist besonders der wärmedämmende, massive Baustoff Porenbeton geeignet, der zu der Gruppe der Leichtbetone gehört. Aufgrund seines sehr geringen Flächengewichts belastet er das bestehende Gebäude bei einer Aufstockung kaum. Seine Leichtigkeit ist darauf zurückzuführen, dass er nur zu 20 Prozent aus Feststoffen besteht, nämlich aus heimischen Rohstoffen. Die Hauptbestandteile sind meist quarzhaltiger Sand und Kalkstein. Als Bindemittel kommt Branntkalk und/oder Zement und als Porosierungsmittel Aluminium zum Einsatz. Neben den festen Rohstoffen wird außerdem Wasser verwendet. Der Rest, also bis zu 80 Prozent des Volumens, ist Luft.
Ein weiteres Plus: Aus einem Kubikmeter fester Rohstoffe können bis zu fünf Kubikmeter Porenbeton hergestellt werden. Durch diese effiziente Ressourcennutzung leistet Porenbeton einen aktiven Beitrag zum nachhaltigen Bauen. Zudem enthält er keine toxischen Stoffe und setzt im Brandfall keine gesundheitsschädlichen Gase frei. Er bietet einen normgerechten Schallschutz und hat eine nahezu unbegrenzte Lebensdauer.
Rund sechs Monate dauerte die komplette Aufstockung und Sanierung. In dieser Zeit wurde das Haus um eine 70 Quadratmeter große Etage und eine 20 Quadratmeter große Dachterrasse vergrößert. Und es präsentiert sich zudem mit einer neuen, frischen Hülle - einer vorgehängten roten Fassade und einem effizienten Wärmedämmverbundsystem.
Die für Oldenburger Verhältnisse mutige Farbgebung wurde vom Architekten ganz bewusst gewählt, nämlich in Anlehnung an die farbliche Gestaltung der alten Stadtmauer, von der ein kleines Teilstück unten am Haus übrig geblieben ist, und des jahrhundertealten Pulverturms.
Während der Bauphase konnte Frau Dammaschke-Lüdemann nur ein Mal nach Oldenburg kommen, um sich persönlich von den Fortschritten zu überzeugen. Oltmanns hielt die Hausbesitzerin allerdings per Telefon und per E-Mail ständig auf dem Laufenden. Knapp 200.000 Euro hat die komplette Modernisierungsmaßnahme gekostet. Jutta Dammaschke-Lüdemann und ihr Mann Dieter sind mit dem Ergebnis sehr glücklich. Sogar so sehr, dass sie heute wieder häufiger nach Oldenburg kommen. Rund vier Monate im Jahr verbringt das Paar nun wieder in der Stadt - und genießt dort die Ruhe in seinem modernisierten Penthouse.
Oltmanns selbst ist auch sehr zufrieden. Für das Projekt hat er 2006 gleich zwei Preise bekommen: den Oldenburger Stadtbildpreis und den Oldenburger Bürgerpreis. Zudem häufen sich bei ihm die Anfragen für Aufstockungen. Das stimmt ihn optimistisch. Für die Zukunft erhofft er sich, dass er die Stadt noch mit einigen Projekten dieser Art verschönern kann. "Urbanes Wohnen ist gefragter denn je", sagt Oltmanns. "Viele Leute haben an diesem Beispiel gesehen, was man aus alten Mauern heutzutage machen kann, und dass das Straßenbild auf diese Weise aufgewertet wird. Dem Beispiel werden sicher noch viele folgen, und die Silhouette Oldenburgs wird sich so zum Positiven verändern."
Quelle: http://www.houseandmore.de/
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geschrieben am 03.06.2009 um 10:00 Uhr.

