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Natur & Garten
Schnecken - Tipps zur Bekämpfung und Abwehr
Von der Bierfalle über die indische Laufente bis zum Lebermoosextrakt – wer seine Pflanzen vor den schleimigen Weichtieren schützen will, findet hier wertvolle Ratschläge.
Der Albtraum eines jeden Gärtners: Wo gestern blühende Beetblumen prangten, stehen heute nur noch kahle Stängel. Auch wenn die Übeltäter längst auf und davon sind, lassen die schleimigen Spuren nur einen Schluss zu: Schnecken. Und die entwickeln sich insbesondere bei feuchtwarmer Wetterlage rasch zur Plage. Zu den Schädlingen zählen die gelblich braune Ackerschnecke und die dunkelgraue bis schwarze Gartenwegschnecke. Der dritte und mittlerweile häufigste Kandidat ist die vor rund 50 Jahren von der Iberischen Halbinsel eingeschleppte Spanische Wegschnecke. Das rotbraune Weichtier hat inzwischen ganz Europa erobert. Ganz oben auf dem Speiseplan dieser robusten Tiere stehen Jungpflanzen, Salat, Gemüse oder auch Zierblumen wie Tagetes. Sind diese gerade nicht im Angebot, weichen die Vielfraße auf andere Pflanzen aus – und das stets mit gewaltigem Appetit. Da helfen nur gezielte Gegenmaßnahmen, um den Spaß am Gärtnern nicht zu verlieren.
Vorbeugung:
Bereits im Vorfeld lässt sich etwas gegen die Plagegeister unternehmen. „Am besten das Beet für die nächste Saison gar nicht umgraben oder erst ganz spät gegen Anfang Dezember“, rät Ferdinand Killius, Gartenbauingenieur und Fachberater der Gartenakademie Baden-Württemberg. „Da die Jungschnecken in der obersten Bodenschicht überwintern, sind sie so eher dem Frost ausgesetzt.“ Im Frühjahr heißt es dann ordentlich hacken. Denn dabei lassen sich für Schnecken wichtige Hohlräume im Boden zerstören. Eine weitere Regel: Morgens gießen statt abends. Dann trocknet der Boden über den Tag und hat so weniger Anziehungskraft für die Feuchtigkeit liebenden Tiere.
Hausmittel:
Beliebt ist die Bierfalle. Und die funktioniert auch. „Am besten eignen sich süßlichere Exportbiere und Malzbier mit Spiritus versetzt“, weiß Killius. „Allerdings verstehen auch die Artgenossen aus der Umgebung die aufgestellten Gefäße als Partyeinladung. Wichtig ist, dass man die Bierfalle nicht im Gemüsebett platziert. Denn dann fressen die ungebetenen Gäste auf dem Weg dorthin alles kahl.“ Wirksam ist auch das Aufstellen von Fallen. Insbesondere Bretter und Steine bieten sich als Unterschlupf an. Dort lassen sich die Tiere dann konsequent absammeln. Wer gefangene Schädlinge nicht töten, sondern lieber aussetzten möchte, sollte mindestens 500 Meter weit gehen. „Pro Nacht können Schnecken rund 300 Meter zurücklegen. Hat ihnen das Ambiente gefallen, sind sie schnell wieder da. Auch tote Tiere sollte man nicht herumliegen lassen. Da Schnecken Kannibalen sind, lockt das nur weitere Artgenossen an“, erklärt der Gartenexperte.
Natürliche Feinde:
Wegen ihres bitteren Geschmacks und der starken Schleimbildung gilt die Spanische Wegschnecke nicht als Delikatesse. Begehrt ist sie jedoch bei indischen Laufenten. „Die fressen die Weichtiere gern, benötigen aber einen großen Garten und unbedingt eine Wasserstelle“, erklärt Fachmann Killius. „Und sie lieben Salat. Der musst deshalb eingezäunt sein.
Mechanische Barrieren und andere Mittel:
Als wirksam hat sich der Schneckenzaun oder -kragen erwiesen. Er ist so geformt, dass ihn die Vielfraße nicht überwinden können. Wichtig ist es deshalb, dass er frei steht, damit keine angrenzenden Pflanzen als Kletterhilfe dienen. Um im eingezäunten Areal bereits befindliche Störenfriede aufzuspüren, empfiehlt sich zusätzlich das Aufstellen einer Bierfalle.
„Der Einsatz von Nematoden hingegen hat sich bisher nur in Gewächshäusern bewährt“, sagt Ferdinand Killius. Das sind Fadenwürmer, die mit Wasser in den Boden eingebracht dann ausschließlich Schnecken befallen. Zur reinen Abwehr gibt es Lebermoosextrakt. Damit besprühte Pflanzen meiden die Schädlinge. Allerdings bedarf dieser Vorgang einer regelmäßigen Wiederholung. Zum sicheren Tod der schleimigen Plagegeister führt Schneckenkorn. „Das gibt es auf Basis von Eisen-III-phosphat. Diese Substanz bewirkt eine Fresshemmung, an der die Tiere verenden. Anderen Gartenbewohnern schadet es nicht. „Eisen-III-phosphat ist ein natürlicher Bestandteil des Bodens und somit biologisch abbaubar“, erklärt Ferdinand Killius. „Das gleiche gilt für Metaldehyd. Generell ist zu beachten: nicht zu viele Körner streuen und sich an die Gebrauchsanweisung halten.“
Quelle: http://www.bauemotion.de
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geschrieben am 29.06.2009 um 12:00 Uhr.

