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Wohnen & Leben
Wenn die Kinder größer werden, entwickeln sie ihre eigenen Vorstellungen davon, wie ein schickes Zimmer auszusehen hat. Und die unterscheiden sich meist deutlich von denen der Eltern. Doch das muss nicht zu Konflikten führen.
Das eigene Zimmer ist für viele Teenager eine Art Markenzeichen. Ähnlich wie bei der Kleidung können sie hier mit neuen Ideen experimentieren und ihren eigenen Stil entwickeln. Doch das Zimmer ist noch mehr: Es ist ein sicherer Rückzugsort, ein Raum, wo sie auch mal ganz für sich sein können – für Jugendliche fast überlebenswichtig. Außerdem ist es der Ort, wo sie sich mit ihren Freunden treffen und austauschen. Nicht zuletzt dient das eigene Zimmer aber auch als Arbeits- und Hobbyraum. Hier bastelt der Computerfreak an selbst geschriebenen Programmen und der künftige Musiker an neuen Akkorden. Und zwischendurch müssen die Hausaufgaben für die Schule erledigt werden.
Das Zimmer eines Teenagers ist also ein echter Multifunktionsraum. Aber vor allem ist es das Zimmer des Menschen, der es bewohnt und ihm seinen ganz eigenen Stempel aufdrückt. Für manche Eltern ist genau das nur schwer zu akzeptieren, Streit ist dann programmiert. Dabei gibt es Wege, wie sich die Vorstellungen der Eltern und die des jugendlichen Bewohners vereinbaren lassen.
Reizthema Unordnung:
Ein typischer Streitpunkt zwischen Teenagern und ihren Eltern sind die unterschiedlichen Vorstellungen von Ordnung. Bleiben Sie in dieser Frage gelassen. Viele Jugendliche überwinden ihre schlampige Phase von ganz allein. Helfen Sie Ihrem Kind, Ordnung zu halten, indem Sie im Zimmer möglichst viel Stauraum schaffen. Bedenken Sie: Die wenigsten Teenager sind gut im Wegschmeißen. Sie hängen oft noch an Kuscheltieren und altem Kinderspielzeug, wollen diese Dinge aber nicht mehr offen herumliegen lassen – das wäre ja auch reichlich uncool.
Mit viel Gelassenheit sollten Sie auch an die optische Gestaltung des Zimmers gehen. Teenager haben ihre eigenen Vorstellungen und Ideen, nehmen Sie diese ernst. Wenn Ihr Sohn seine Sprayerkünste an einer Zimmerwand ausleben möchte, warum eigentlich nicht? Handeln Sie mit ihm aus, dass das Wandgemälde zuvor gut durchgeplant wird, damit nicht der Rest des Zimmers mit Farbe bekleckert wird und das Resultat vielleicht auch Ihren ästhetischen Vorstellungen gerecht wird.
Gemeinsam Ideen entwickeln:
Finden Sie gemeinsam heraus, was Ihrem Kind – und möglichst auch Ihnen – gefällt. Anregungen zu geben ist übrigens auch bei Teenagern nicht verboten. Viele Mädchen mögen verspielte Details, während Jungen Wert darauf legen, dass das Zimmer zweckmäßig eingerichtet ist. Töchter möchten vielleicht eine eigene Schminkecke und viel Plüsch oder auch ein gemütliches Sofa und kräftige Farben, die eine Lounge-Atmosphäre aufkommen lassen. Eine langweilige Schranktür kann der perfekte Untergrund sein für eine Collage aus Zeitschriftenausschnitten der Lieblingsstars und Fotos von Freunden.
Vielen Söhnen ist ein gut eingerichteter Computerarbeitsplatz wichtig. Außerdem stehen Sport und Musik hoch im Kurs. Entwickeln Sie gemeinsam Ideen für einen Zimmerstil, der diese Leidenschaften aufgreift. Es muss ja nicht gerade das Bettzeug von Schalke 04 sein, vielleicht aber eine Wand mit wirklich guten Porträtfotos von Sportlern oder Musikern. Eine Dartscheibe, eine extravagante Lampe oder die alte Gitarrensammlung als Wanddekoration geben dem Zimmer eine individuelle Note. Ganz wichtig: Die wenigsten Jugendlichen mögen komplett eingerichtete Jugendzimmer aus dem Möbelmarkt. Zusammengesuchte Flohmarktmöbel, aufgepeppt mit frischer Farbe und neuen Polstern, kommen den Individualitätsbestrebungen der meisten Jugendlichen viel eher entgegen.
Bei aller Toleranz gegenüber den Vorlieben Ihres pubertierenden Nachwuchses steht es den Eltern zu, einige Gestaltungsideen behutsam abzumildern. So lässt sich das Gruftie-Zimmer statt mit vier schwarzen Wänden auch mit nur einer schwarzen Wand oder einer roten Samttapete ausstaffieren. Und dass Veränderungen tabu sind, die nicht oder nur schwer wieder rückgängig zu machen sind, können Sie Ihrem Nachwuchs mit dem Argument vermitteln, dass die Jugendlichen ja voraussichtlich nicht mehr allzu viele Jahre im Haushalt leben werden.
Quelle: http://www.bauemotion.de
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geschrieben am 03.07.2009 um 10:00 Uhr.

